Folge 4
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über die Rolle der Dramaturgie im Neuen Musiktheater – eine Arbeit an der Schnittstelle zwischen künstlerischer Idee, Produktion und Publikum.
Zu Gast ist Marlene Schleicher, Dramaturgin der Münchener Biennale. Sie gibt Einblicke in ihre vielfältige Arbeit und erklärt, warum die Dramaturgie entscheidend dazu beiträgt, dass neue Produktionen nicht nur entstehen, sondern auch ihr Publikum erreichen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Workshops und Vermittlungsformaten rund um die Produktionen der Münchener Biennale, die neue Zugänge eröffnen und den Austausch mit dem Publikum stärken.
Die partizipativen Angebote der Münchener Biennale: https://www.muenchener-biennale.de/de/programm/diskurs-intervention-partizipation
Über die 20. Ausgabe der Münchener Biennale: www.muenchenerbiennale.de
In Kooperation mit MUCBOOK und POSITIONEN startet die Münchener Biennale den Podcast „Noch nicht Premiere“. Bastian Zimmermann, Herausgeber des Musik-Magazins POSITIONEN, gibt als Host in kurzweiligen Episoden Einblicke in Produktionen und spricht mit Persönlichkeiten aus dem Festival-Umfeld.
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00:00:00: dass München eine absolute Anime-Stadt ist.
00:00:02: Also es gibt wahnsinnig viele Akteurinnen in der Stadt, die sich damit beschäftigen und dennächst findet in einer großen Convention statt... Die Animo...
00:00:14: Noch nicht Bermiere!
00:00:17: Der Podcast der Münster Bienale für Neues Musiktheater.
00:00:24: Hallo Marlene Hallo Schön was wir uns treffen.
00:00:29: Das ist jetzt die vierte Folge des Podcasts schon Und du bist die Chefdramaturgin der Bienale für neues Musiktheater München.
00:00:39: Schön, dass du warst!
00:00:40: Danke schön, danke für die Einladung.
00:00:42: Wir wollen heute ein bisschen sprechen über eigentlich verschiedene Projekte und auch ein bisschen über das ganze Festival.
00:00:49: wir hatten ja schon in der ersten Folge die beiden Kuratorinnen als Gast Und du bist jetzt also vom einem Verständnis her war sie so die Person wirklich die Stücke produziert
00:01:02: Teilweise.
00:01:03: Also die Stücke werden produziert an den jeweiligen Produktionsorten, also an den Orten, denen wir kooperieren.
00:01:09: aber ich habe so eine Art Zwischenposition und kommuniziere natürlich mit allen künstlerischen Teams relativ eng sodass wir immer einen Überblick haben wo die Produktion gerade stehen, wo wir vielleicht nochmal nachgestehen müssen und auch um einen möglichst guten Einblick zu haben um die Produzionen dann auch im Rahmen des Festivals zu präsentieren in Druckerzeugnissen auf unserer Website und in allen anderen Kommunikationsmaterialien, um ja die dem Publikum irgendwie zugänglich zu gestalten.
00:01:38: Was ist gerade die Produktion an der du so tatkräftig arbeitest oder was?
00:01:43: Wo sind grad die größten Themen?
00:01:44: Ich hab grade eben haben wir den Jingle gehört von Juri Umamoto.
00:01:49: es wurde auch noch gar nicht genannt im Podcast von wem eigentlich diese Jingle Musik ist, die so crechig verkünkt ist.
00:01:57: Da gibt es einen Projekt zum Beispiel.
00:01:59: Ja, Juri Ume-Moto hat das Musiktheater Krypt geschrieben.
00:02:04: Krypt ist in der Kooperation mit Norwegen und Oslo.
00:02:09: Dort ist auch das Regie-Team die Bühnenbildner, Kostümbildnerinnen... Und die werden jetzt erst anfangen zu proben, aber wir sind in doch recht eng austausch.
00:02:18: Ich habe Yuri auch vor ein paar Wochen beim Eklavestival in Stuttgart getroffen und haben jetzt erste Einblicke bekommen in das Anime-Design weil es besondere dieser Produktion ist dass es zum einen eine japanische mythologische Geschichte Heuchide Iles behandelt und aber auch den ganz persönlichen Blick von Yuri auf sein ganzes Aufwachsen mit Anime-Kultur eigentlich behandelt.
00:02:46: Und das wird an ganz vielen Stellen in diesem Musiktheater hörbar, aber eben auch sichtbar durch wirklich Anime, dass auf der Bühne in das ganze Geschehen mit eingearbeitet ist und von einem sehr jungen Anime Team in Japan von Okai Kanji produziert wird.
00:03:03: Ja da sind wir sehr gespannt!
00:03:04: Das heißt Anime... wird als Video oder wirklich als Zeichnung?
00:03:08: Wird als Video in den, ins Bühngeschehen mit eingebaut.
00:03:12: Aber es gibt auch echte Darstellerinnen und Menschen, SängerInnen auf der Bühne die damit interagieren und ja so eine Art Hybrid Fassung von Annemey und diesen echten Figuren herstellt.
00:03:23: Okay
00:03:24: also wenn jetzt gleich Musik kommt dann konnten wir schon Musik von ihm bekommen.
00:04:00: etwas Kooperation angesprochen dem Kreis Jugendring.
00:04:05: Das ist natürlich bei Anime irgendwie eine super Sache, weil ich glaube es gerade mega en vogue.
00:04:11: Also ich cosplay und so weiter sieht man ja jetzt gefühlt irgendwann zumindest jeder zehnten Straßenecke.
00:04:18: Was gibt es noch andere solcher Kooperationen?
00:04:20: wo ihr?
00:04:22: Ja also Wir haben versucht möglichst weit in die Stadt rauszugehen, auch mit dem ganzen Team der Münchner Bienale.
00:04:30: Da ist vor allem meine Kollegin Laura Nerbel federführend, die quasi den ganzen Vermittlungsbereich hat und es gibt zum Teil Kooperationen, die schon ganz lange in der Bienale bestehen.
00:04:39: Das ist z.B.
00:04:40: mit der MVHS, die auch ein Programm zu der Produktion Voice of Bodies gemeinsam anbietet.
00:04:46: Wir kooperieren mit ganz vielen Schulen ... Wir haben eine Kooperation mit einer Organisation, die heißt Kulturzeitlos.
00:04:52: Da geht es darum, dass Menschen, die eine Einschränkung haben von zu Hause abgeholt werden und dann zu dem jeweiligen Stück gefahren oder wieder abgehult werden.
00:05:01: Also da geht's wirklich um so ne ganz direkte Möglichkeit der Zugänglichkeit.
00:05:07: Und es gibt eben diese Kooperationen mit dem Kreis Jugendring.
00:05:09: Die ist neu und war auch Teil dieser Beobachtung, dass München eine absolute Anime-Stadt ist.
00:05:16: Also es gibt wahnsinnig viele Akteurinnen in der Stadt die sich damit beschäftigen.
00:05:20: dennächst findet ne große Messe oder ne große Convention statt Die Animog mit denen sind wir auch im Kontakt, die eben auch dann nochmal mit diesem Stück interagieren und eben ein münchner Zeichner und Tänzer-Lamm Der gemeinsam mit dem Kreis Jungendringen ja eine Art Workshop machen wird zu diesem stück Krypt und die werden dann auch gemeinsam in die Vorstellung gehen.
00:05:44: Und diese Kooperation ist neu angelegt, wir freuen uns sehr darauf dass wir über diesen Weg, wie du gesagt hast Thema das gerade so eine Luft liegt dieses Stück nochmal ganz anders in München kontextualisieren können.
00:05:57: Kommst du aus München?
00:05:58: Ich komme nicht aus München, ich komme aus dem benachtbarten Bundesland Baden-Württemberg und bin in Stuttgart aufgewachsen.
00:06:05: Hab aber tatsächlich Familie hier auch im Umkreis und hab hier ja auch schon recht viel Zeit verbracht, auch generell in Bayern auch viel gearbeitet und deswegen ist es mir nicht ganz fern und da ich mittlerweile Norddeutschland lebe freue mich immer über diese Orte hier wo man ein bisschen mehr Horizont hat.
00:06:24: Und München, also du bist jetzt ja quasi oft hier.
00:06:29: Jetzt ist es schon bald Mai und die Bienanen startet.
00:06:33: Was sind deine Erfahrungen mit München?
00:06:34: Gibt es keine Ahnung, besondere Orte wo du hast tolle Dinge gesehen?
00:06:39: einfach so für unsere Hörerin.
00:06:41: vielleicht hast du da mit mir ein hint von etwas tollem was du erliebt hast.
00:06:47: Ich finde zum einen hat München eine wahnsinnig lebendige und große freie Szene, was natürlich auch bei der Milchner Bienale eine große Rolle spielt.
00:06:55: Weil wir mit all diesen Orten kooperieren weil wir keine eigenen Spielstände haben und das heißt an diesen ganzen Orten wie Schwere Reiter hoch X unsere Stücke zeigen dürfen.
00:07:06: Und zum anderen finde ich hier die Theaterlandschaft Wahnsinnig spannend und versuche irgendwie immer, was zu sehen.
00:07:12: Wenn ich hier bin... Ich war zuletzt in den Kamerspielen und habe Love Me Tender gesehen und fand das irgendwie ein wahnsinnig eindrücklichen und starken Abend.
00:07:20: Und freue mich deswegen eigentlich immer hier zu sein.
00:07:22: Das ist dann Elvis Presley im Italo?
00:07:24: Nein.
00:07:25: Love me Tender?
00:07:26: Nee!
00:07:26: Es ist tatsächlich eine Roman-Adaption, in der es um Ja, im Grunde eine Geschichte geht von einer Frau die ein Kind hat und dann aber in eine lesbische Beziehung kommt.
00:07:39: Und das Kind sich von ihr abwendet und es war irgendwie ganz berührend und bewegend.
00:07:43: Ich bin sehr froh dass es Raum gibt für diese Geschichten!
00:07:46: Auf jeden Fall.
00:07:49: Du hattest eben im Vorgespräch erwähnt, dass es irgendwie ganz interessante Verbindungen gibt so mit der frühen Bienale.
00:07:56: Ich hatte das schon mal mit den beiden Leiterinnen in der ersten Folge des Podcasts angesprochen.
00:08:01: Hans-Werner Hänse ist ja so die schüllernde Figur, die das hier quasi in der Stadt damals gegründet hat und irgendwie die Stadt dazu verführt hat einfach ein mega großes Festival aufzusetzen mit unglaublich vielen Uraufführungen.
00:08:16: Du hast da was entdeckt.
00:08:17: Ich habe da etwas entdeckt.
00:08:19: es gibt's im Freimann In gibt's unser Lager oder unser Archiv der Bienale, wo ungefähr alle Dokumente schlummern.
00:08:27: Die seit Eintrachten Achtzig so entstanden sind rund um die Bienale.
00:08:31: und wir haben jetzt eben in dieser Ausgabe das erste Mal diese Position Vermittlung und ich versteh mich auch selber als Trematurgen als vermittelnde... Position.
00:08:39: Und eben beim Durchforsten dieser Akten ist mir ein Dokument in die Hände gefallen von der allerersten Bienale, die er noch gezeigt hat dass auf diese Vermittlungsgedanke ganz ursprünglich in der Bienale verankert ist und auch von Hans Werder Henze so groß gehalten wurde.
00:08:55: Da ist mir einen Antrag... Ein Antrag im Sinne von für Geld beantragen, in die Hände gefallen zu einem Förderantrag.
00:09:05: Zu einem Bildungsprogramm zur ersten Bienale und da stehen ganz tolle Sachen drin Und es ist irgendwie gut zu sehen dass das so früh schon Rolle gespielt hat.
00:09:12: und natürlich aber auch ein bisschen erschreckend Dass wir uns immer noch mit den gleichen Dingen beschäftigen.
00:09:16: und ja in dieser in dieser Ambivalenz glaube ich Es ist ganz spannend wo wir uns zurzeit in diesen ganzen Educationen und Outreach Diskussionen befinden und könnte daraus Kurz was vorlesen.
00:09:28: Um
00:09:29: etwa oder kurz gefragt, wie viel Geld wurde beantragt?
00:09:33: Es ist noch D-Markt!
00:09:33: Ich kenne mich mit D-Markt nicht mehr so gut aus.
00:09:37: Aber es ungefähr fünf
00:09:38: Städte... Nee, vierstellig.
00:09:41: Wir reden von kleinem.
00:09:42: Ich glaube das hat auch geklappt.
00:09:43: Ja, also es gab auch einen Bewilligungsbescheid aber soviel darf ich dann doch nicht aus den Akten.
00:09:48: vorlesend.
00:09:51: Grundsätzliches zum Bildungsprogramm von Professor Hans Berner Henze.
00:09:56: Das Ziel Das Bildungsprogramms der Münchener Bienale ist, immer nennt kreative Impulse bei Leinen zu wecken und zu fördern um damit einen größeren Einblick in die Materie der Musik freizugeben.
00:10:08: Unter Demokratisierung von Musik verstehe ich in erster Linie jeden Versuch hermetisch-elitäres eine neuen Kunstbewegung abzubauen.
00:10:17: Durch Bemühungen um Verständlichkeit, textliche Klarheit und die Intensivierung der Wechselbeziehung Autor-Publikum wollen wir versuchen dem augenblicklichen Dilemma der Beziehungslosigkeit mit einer Alternative zu begegnen.
00:10:30: Nur so ist auch vorstellbar dass sich die neue Musik verlorenes Terrain zurückerobert und sich als Begriff, als Bestandteil unserer Kultur in weiten Kreisen und besonders bei der Jugend durchsetzt.
00:10:41: Das ist nicht nur die Bemühungen der Bienale, wie sie sich in ihrem Spielplan abzeichnet.
00:10:45: Sondern das ist auch die Thematik des äußerst wichtig zu nehmenden Bildungsprogrammen, dass der Bienal vorausgehen und sie begleiten soll.
00:10:53: Es trifft auf jeden Fall ein Kern!
00:10:55: Ich glaube, unser Ansatz weniger ist, dass wir uns Terrain erobern wollen.
00:11:00: Man könnte es vielleicht etwas seichter formulieren oder sanfter formulieren und sagen, es geht darum... Wir wollen Menschen dafür begeistern und vor allem die Annahme abbauen Neues Musiktheater, was wahnsinnig Voraussetzungsvolles ist oder irgendwie die Lektüre eines der schlauen Texts braucht um es zu verstehen.
00:11:18: Oder damit eine Erfahrung herstellen zu können.
00:11:21: und ja aber in ganz vielen Dingen sind wir uns auch glaube ich immer noch einig.
00:11:24: Ja das ist interessant weil der Aspekt der Beziehungslosigkeit also dass der Augenraum steht da knapp Also wird er auch immer wieder
00:11:32: vorgeworfen.
00:11:33: Ja und sicherlich auch wird zurecht vorgeworfen.
00:11:36: Und ich glaube das Team jetzt gerade Versucht wirklich da ganz stark dagegen anzugehen, indem wir eben versuchen möglichst viel in die Stadt zu wirken und da Menschen direkt ansprechen.
00:11:51: Und das Potenzial diese Begeisterung dafür zu teilen.
00:11:55: aber es muss auch nicht für alle da sein.
00:11:59: Aber es soll für alle möglich
00:12:10: sein!
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